2018 – Stärkung der grenzüberschreitenden Verbindungen

Erste Ideen für die Arbeit der DPG Vorpommern sind gefunden: Eine Senioren-Sprachbegegnung zur Initiierung von deutsch-polnischen Sprachtandems, eine Reise in den Stettiner Verflechtungsraum für Engagierte aus Deutsch-Polnischen Gesellschaften aus anderen Bundesländern, ein kulturpolitisches Freundschaftstreffen „Polen und Deutsche – sind einander näher als gedacht“ für Senioren sowie als Höhepunkt die Wiederbelebung der „Pommernkonferenzen“ mit der XIII. Regionalkonferenz Pommern zum Thema „Gemeindepartnerschaften“ in Greifswald. Unterstützen möchten wir dies auch in diesem Jahr mit einem deutsch-polnischen interkulturellen Training während der Interkulturellen Woche in Greifswald, um mehr Menschen „fit“ zu machen für eine Zusammenarbeit mit dem Nachbarn. Und da Begegnungen und konkrete Zusammenarbeit leichter fallen, wenn man die Sprache des Nachbarn beherrscht, wollen wir auch in diesem Jahr weiter für Polnisch als Nachbarsprache in Vorpommern werben.

Wir würden uns über Ihr Interesse an unseren Vorhaben freuen, wir arbeiten nur ehrenamtlich, daher sind Unterstützerinnen und Unterstützer immer herzlich willkommen!

XII. Regionalkonferenz Pommern: „Grenzüberschreitende Metropolregion Stettin“ in Szczecin

Neue Dimensionen der deutsch-polnischen Zusammenarbeit

Stettin/Szczecin. Am 29. und 30 Mai 2015 fand mit mehr als 100 polnischen und deutschen Teilnehmern und Referenten die XII. Regionalkonferenz Pommern statt, die zum 12. Mal von der Stadt Stettin, der DPG Vorpommern e. V., und der Friedrich-Ebert-Stiftung, organisiert wurde. Zum Thema: Grenzüberschreitende Metropolregion Stettin – Aktive Bürger für eine erfolgreiche Metropolregion – stellten polnische und deutsche Angehörige von Parlament, Regierung und Verwaltung den aktuellen Stand des Entwicklungskonzeptes der grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin vor.

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Stadtpräsidenten von Szczecin, Krzysztof Soska, gab in Vertretung der Staatssekretärin des Energieministeriums, Ina Maria Ulbrich, Frau Christiane Falck-Steffens vom Regionalen Planungsverband Vorpommern einen Überblick zu den Zielen und dem derzeitigen Stand des Entwicklungskonzeptes der Metropolregion Stettin. Irena Stróżyńska, Vizedirektorin des Verbandes der Polnischen Gemeinden der Euroregion Pomerania, berichtete über die erfolgreiche Arbeit auf polnischer Seite.  Über die bisherige Zusammenarbeit auf Regierungsebene im Rahmen der Ostseekooperation  informierte die Landtagspräsidentin von M-V, Frau Sylvia Bretschneider. Sie erwähnte die Stettiner Erklärung der SPD- Landtagsfraktion von August 2014 und unterstrich, die Schwerpunkte der Stettiner Erklärung mit Unterstützung des Landtages umzusetzen. Darin ist u. a. auf den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit der Zivilgesellschaft hingewiesen.

In einer regen Podiumsdiskussion mit den Referenten kamen Probleme beim Zusammenwachsen des Grenzraumes zur Sprache, deren Behebung durch konkretes Handeln von Politik und Medien gefordert wurden. Dabei ging es vor allem um die Erlernung der Nachbarsprache und den ständigen Informationsaustausch der Nachbarn, der z. T. nur im engeren Grenzraum stattfindet. Über Erfahrungen eines Metropolgebietes berichtete der Geschäftsführer des „Metropolgebietes Szczecin e. V.“ Das Gebiet umfasst neben Stettin ein Gebiet von Stargard Szczeciński bis Swinemünde. Die erfolgreiche gemeinsame Arbeit auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens besteht seit 10 Jahren.

Am zweiten Tag stellten Vertreter der NGO von Stettin und Vorpommern den Stand der Vernetzung der zivilgesellschaftlichen Initiativen vor. Dabei erfuhren die deutschen Teilnehmer von der erstaunlich konkreten Unterstützung der Vereine durch die Politik und die Verwaltung auf der polnischen Seite. Die Vorsitzenden der beiden Deutsch-Polnischen Gesellschaften berichteten über die Entwicklung eines Bürgernetzwerkes Vorpommern, das Anfang Mai 2015 in Anklam gegründet wurde, um u. a. die Mitgestaltung der aktiven Bürger zu ermöglichen und die Voraussetzung für die Bildung einer Netzwerkstruktur für den Themenschwerpunkt der Metropolregion Stettin „Bürger, NGO“ zu schaffen.

Im Anschluss wurden in 3 Workshops Möglichkeiten der deutsch-polnischen Vernetzung diskutiert, um damit den Themenschwerpunkt „Bürger, NGO“ für das Entwicklungskonzept der Metropolregion ausfüllen zu können. Das große Interesse von mehr als 50 polnischen und deutschen Teilnehmern an diesen Workshops übertraf die Erwartungen der Organisatoren. Der Moderator der Konferenz, Pawel Szczyrski, zog auch für den zweiten Teil der Konferenz eine positive Bilanz. Die Ergebnisse der Workshops resultierten in dem Vorhaben, ein weiteres Arbeitstreffen polnischer und deutscher Aktiver für die Entwicklung einer Netzwerkstruktur für die Metropolregion Stettin zu organisieren. Sein Fazit lautete: „Das sind neue Dimensionen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit!“

Programm XII. Pommernkonferenz

XI. Regionalkonferenz Pommern: „Pommern/Pomorze – eine europäische Region“ in Greifswald

Resümee nach 10 gemeinsamen Jahren in der EU

An der XI. Regionalkonferenz Pommern  am 23./24. Mai 2014 im Pommerschen Landesmuseum Greifswald beteiligten sich mehr als 60 polnische und deutsche Teilnehmer. Der Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung, Frederic Werner, eröffnete die Konferenz, Ulf Demski, stellvertretender OB der Hansestadt Greifswald begrüßte die Teilnehmer. 11 Referenten zogen Bilanz in Ihren Vorträgen über 10 Jahre EU-Partnerschaft in der Region Pommern und diskutierten mit den Teilnehmern Hemmnisse und Herausforderungen, um die Region weiter voranzubringen.

Die positive Entwicklung Polens seit dem EU-Beitritt 2004 wurde an Hand statistischer Zahlen von Pawel Bartnik, Direktor der Euroregion Pomerania in Szczecin, überzeugend dargestellt. Er berichtete von besseren Fördermöglichkeiten in der neuen Förderperiode, vor allem für kleinere Projekte. Er räumte ein, dass der Erlernung der Nachbarsprachen zu wenig Bedeutung und Unterstützung beigemessen wurde. Mehrere Teilnehmer wiesen auf das Defizit hin, dass Begegnungen ohne persönliche Kommunikation ein großes Hindernis für Kontakte und Zusammenarbeit darstellen.

„Polen ist mittlerweile drittwichtigster Handelspartner im Im- und Exporthandel Deutschlands in Europa“, so resümierte Prof. Helmut Klüter von der Universität Greifswald in seinem Vortrag und unterstrich die Notwendigkeit der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Pommern. Christiane Falck-Steffen, Leiterin des Amtes für Raumordnung und Landesplanung Vorpommern, stellte ein Konzept für die Grenzregion Pommern vor, das erfreulicherweise belegt, dass sich Politik und Verwaltung endlich einem Gesamtkonzept für die Grenzregion Pommern zuwenden.

Positive Beispiele der Zusammenarbeit und Verständigung wurden durch Martin Schröter (Projektleiter Transnationales Projekt Odermündung e. V.) und Katharina Husemann (Projektleiterin Schloss Bröllin) vorgestellt. Ihr Vorbild sollte als Anregung einer effizienten gemeinsamen deutsch-polnischen Annäherung auf allen Gebieten dienen. Journalisten aus der Grenzregion, Herr Bogdan Twardochleb (Redakteur „Kurier Szczecinski“)  und Herr Dr. Frank Wilhelm (Redakteur „Nordkurier“) nahmen als Medienvertreter zur unbefriedigenden grenzüberschreitenden Berichterstattung Stellung. Allerdings konnten auch sie keine spürbaren Verbesserungen ankündigen.

Noch heute bestehende Vorurteile und Stereotype, Klischeevorstellungen über die Nachbarn wurden von Dr. Wolfgang Brylla (Universität Zielena Gora) anhand von Umfrageergebnisse unter der „Facebook-Generation“ zum Bild der Deutschen in Polen vorgestellt und ausgewertet. Möglichkeiten zur  Überwindung solcher traditionellen Bilder wurden durch Niels Gatzke (RAA M-V) und Falko Reichardt (Direktor des Bonhoeffer Zentrums Szczecin) aufgezeigt. Abgerundet wurde das Thema durch eine psychologische Skizze von Frau Dr. hab. Brygida Helbig (Universität Stettin, Humboldt-Universität Berlin), die Anregungen für die Entwicklung des gegenseitigen Verständnisses im Umgang miteinander und somit für eine grenzüberschreitende Identität in der Region Pommern darlegte.

In Auswertung der Vorträge und Diskussionen wurden Schlussfolgerungen gezogen. Der daraus erarbeitete Forderungskatalog wird der Staatskanzlei von M-V, Abt. für internationale Zusammenarbeit, dem Europaausschuss des Landtages, dem Landkreis und dem Kreistag Vorpommern-Greifswald unterbreitet.

Forderungskatalog
an Verantwortliche der Politik und der Medien in M-V:

  1. Ausbau der Strukturen für grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Landkreis Vorpommern-Greifswald
    Sichtbarmachung, Anerkennung und Unterstützung von Initiativen der NGO, deren bürgerschaftliches Engagement für das Zusammenwachsen in der Grenzregion Pommern
  2. Systematische Berichterstattung, kontinuierlicher Informationsfluss über das Leben im Nachbarland durch Printmedien, Funk und Fernsehen des NDR
  3. Schaffung von Anreizen und Voraussetzungen für den Polnischunterricht in den Kitas und allen Schulen der Grenzregion
  4. Verbesserung des grenzüberschreitenden Verkehrs durch Wiederbelebung der Bahnverbindung Berlin-Świnoujście über Karnin
  5. Die Aufnahme von Vertretern polnischer und deutscher NGO in die Arbeitsgruppe des Landes M-V und der Wojewodschaft Westpommern

Progamm XI. Pommernkonferenz