„Mehr Lust auf Polnisch!“

DPG Vorpommern präsentiert Ratgeber für Eltern und Interessierte

Greifswald. Die Deutsch-Polnische Gesellschaft (DPG) Vorpommern stellt eine umfangreiche Broschüre „Menschen verbinden – Mehr Lust auf Polnisch! Ein Ratgeber für Eltern und alle, die mehr über die Sprache unseres Nachbarlandes erfahren möchten“ vor.

Die Broschüre nimmt die gesamte deutsch-polnische Grenzregion: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen in den Blick und bringt zahlreiche Argumente für das Erlernen der Nachbarsprache Polnisch ein. „Wir möchten die Leserinnen und Leser davon überzeugen, dass Polen ein interessantes Land ist und es sich lohnt, Polnisch zu lernen“, meint die Vorsitzende der DPG Anna Gatzke. Die Broschüre umfasst einerseits wissenswerte Informationen zur polnischen Sprache, Gesellschaft und Wirtschaft und stellt andererseits Menschen vor, die Polnisch in ihrem Beruf oder Alltag nutzen und sich für die Sprache stark machen.

So findet man im Ratgeber nicht nur Begleitworte der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig und ihrer Amtskollegen aus Brandenburg und Sachsen, sondern auch Statements von Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Bildung, Kultur, Politik, aber auch von ganz normalen Menschen, die alle nicht ohne Grund gute Argumente für mehr Interesse an der polnischen Sprache haben.

Gerade die persönlichen Statements verleihen der Broschüre eine besondere Authentizität und Lebendigkeit. Anna Gatzke erklärt: „Wir möchten mit dieser Broschüre dem Thema Polnisch die moralische oder politische Schwere nehmen, dem ‚wir müssten‘ oder ‚wir sollten‘ ein ‚wir wollen‘ entgegensetzen.“

Die deutsch-polnische Partnerschaft braucht Menschen, die beide Sprachen sprechen und Expertinnen und Experten für die deutsch-polnische Zusammenarbeit sind. Für kleine und mittelständische Betriebe sowie Einrichtungen und Behörden in der Grenzregion sind Kenntnisse der polnischen Sprache und kulturelles Verständnis bereits heute eine wichtige Zusatzqualifikation. Die Sprache des Nachbarlandes zu lernen ist somit nicht nur ein Zeichen des gegenseitigen Respekts, sondern eröffnet Schülerinnen und Schüler neue Perspektiven für ihr berufliches und privates Leben in Vorpommern.

Die Idee für den Ratgeber entstand in der Veranstaltungsreihe „Crashkurs Polnisch“, in der die DPG in den letzten beiden Jahren fast 200 Menschen in Vorpommern in zweistündigen Kursen „Mehr Lust auf Polnisch“ erreicht hat. Der Ratgeber baut auf einer Broschüre der DPG Brandenburg auf, die von der DPG Vorpommern aktualisiert und um Statements und Beispiele aus Mecklenburg-Vorpommern ergänzt wurde. Die Broschüre wurde durch die finanzielle Förderung der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern und der Botschaft der Republik Polen in der Bundesrepublik Deutschland ermöglicht.

Sie finden den Ratgeber „Menschen verbinden – Mehr Lust auf Polnisch!“ zum Download unter www.dpg-vorpommern.de.

Potsdamer Appell der Deutsch-Polnischen Gesellschaften an die deutsche und polnische Regierung

Auf der Jahresmitgliederversammlung der Deutsch-Polnischen Gesellschaften am 12.11.2017 in Potsdam wurde einstimmig, darunter auch von uns, der Deutsch-Polnischen Gesellschaft (DPG) Vorpommern e. V., dieser Aufruf verabschiedet. Im Bundesverband sind derzeit 44 Deutsch-Polnische Gesellschaften und ähnliche Vereinigungen organisiert, die über 3.000 Mitglieder in ganz Deutschland repräsentieren.

 

Potsdam, den 12.11.2017

Potsdamer Appell der Deutsch-Polnischen Gesellschaften an die deutsche und polnische Regierung

Polen und Deutschland für Frieden, Freiheit und gute Nachbarschaft in einem vereinten Europa

„Versöhnung ist ein Wert, der leicht verloren gehen kann“, schrieben im September 2017 Bischöfe aus Polen in einem Hirtenbrief. Die Bischöfe wiesen darauf hin, dass die Versöhnung zwischen Deutschen und Polen nicht nur dank der Bemühungen von Politikern, sondern auch durch das starke Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger guten Willens in beiden Länder erreicht wurde.

Für die guten Beziehungen auf allen Ebenen sind wir alle verantwortlich: Regierungen, gesellschaftliche Organisationen und jeder einzelne. Mit Sorge sehen die Deutsch-Polnischen Gesellschaften, dass die großen Fortschritte in den bilateralen Beziehungen immer mehr Schaden nehmen.

In Deutschland wird den Befürchtungen vieler Polen um ihre Sicherheit Ihres Landes vor äußerer Bedrohung bisweilen mit Unverständnis begegnet. Polens Sorgen, dass die Pipeline „Nord Stream 2“ Europa spalten und die Energieversorgung einiger EU-Mitgliedsstaaten in Zweifel ziehen könnte, sollten von der kommenden Bundesregierung ernst genommen werden. Wir benötigen einen offenen und ehrlichen Dialog über eine gemeinsame europäische Flüchtlings-, Verteidigungs- und Energiepolitik. Deutsche und Polen sind hier zu selbstkritischen Reflexionen aufgerufen. Niemand kann in solch kontroversen Themen und Diskussionen die alleinige Wahrheit beanspruchen. Die Qualität der deutsch-polnischen Zusammenarbeit misst sich nicht daran, dass wir zu allen Sachfragen immer von vornherein die gleichen Ansichten haben. Die Qualität der Kommunikation jedoch hängt davon ab, dass wir bereit sind, Argumente des anderen die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken und aufrichtig miteinander um gemeinsame Lösungen zu ringen.

Umso mehr registrieren wir mit Besorgnis und auch Unverständnis, dass die deutsch-polnische Zusammenarbeit in jüngster Zeit von politischen Akteuren und einigen Medien in Polen zunehmend in Frage gestellt werden. Bestürzt nehmen wir bei manchen veröffentlichten Äußerungen eine antideutsche Rhetorik und einen rückwärtsgewandten Blick auf das gute deutsch-polnische Verhältnis wahr. Das gemeinsam Erreichte wird verschwiegen, verkannt oder gar als unwahr oder nicht existent dargestellt.

Umgekehrt mahnen wir in Deutschland eine unvoreingenommene Behandlung sachlicher Positionen an, die aus Polen vorgetragen werden.

Wir, die Mitglieder der Deutsch-Polnischen Gesellschaften, setzen uns seit über vier Jahrzehnten für eine Verständigung und enge Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Polen ein. Dankbar erinnern wir auch heute noch an die Botschaft der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtskollegen: „Wir vergeben und bitten um Vergebung.“. Seit Anbeginn setzen sich die Gesellschaften für eine wahrhaftige Sicht auf die gemeinsame Geschichte ein, in der unseren polnischen Nachbarn von deutscher Seite großes Leid zugefügt wurde. Wahr ist allerdings auch, dass die deutsch-polnischen Beziehungen in vielen Jahrhunderten weitgehend gut und friedlich waren. Dies darf heute nicht vergessen gemacht werden.

Wir erinnern uns gut an die Zeit der europäischen Teilung, als wir gegen politische Widerstände auf beiden Seiten Kontakte zu unseren Nachbarn aufbauten. Jenseits der großen Politik gelang es uns, viele Deutsche und Polen zusammenzubringen, gemeinsame Initiativen zu fördern, Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen und Vertrauen und Wertschätzung füreinander aufzubauen. Wie dankbar waren und sind wir heute noch, dass die polnischen Freunde uns Deutschen damals die Hand reichten.

Mit großer Freude und Begeisterung haben wir den Weg unserer polnischen Freunde und Nachbarn zu einer demokratischen Gesellschaft und in die Europäische Union unterstützt und begleitet. Endlich konnten wir auf der Basis gemeinsamer Werte und Haltungen gemeinsam für eine friedliche Zukunft handeln. Mit großer Sorge sehen wir aber, dass die Grundlagen unseres gemeinsamen Handelns drohen, zerstört zu werden. Die zunehmende Polarisierung der polnischen Gesellschaft und das damit einhergehende Klima von Misstrauen und Intoleranz tragen letztlich zu einer Schwächung der Entwicklungsmöglichkeiten des Landes bei.

In der gegenwärtigen Zeit kommt den Zivilgesellschaften in Polen und in Deutschland eine größere Verantwortung zu als jemals zuvor, wenn es um den Erhalt und den Ausbau von Vertrauen und der Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Polen geht. Gerade jetzt sind die polnische und die deutsche Zivilgesellschaft, sind die zahlreichen an guter Zusammenarbeit Interessierten und die Engagierten aufgefordert, die Verbindungen auf allen Ebenen zu stärken. Dabei werden eine Vielzahl von Vereinbarungen auf kommunaler, Woiwodschaft- und Länderebene, die zahllosen Vereinbarungen auf Schul- und Hochschulebene und hunderte von Gemeinde- und Städtepartnerschaften gebildet. Dazu gehören auch das Deutsch-Polnische Jugendwerk und viele deutsch-polnische Stiftungen und nicht zuletzt die Kooperationen im Wirtschafts- und Kulturbereich wie auch auf gesellschaftlicher Ebene die für die Menschen unserer beiden Nationen wichtigen Kontakte, ohne die es in dieser Zeit schlecht um unsere gegenseitigen Beziehungen stünde. Dies ist die Solidarität, die heute gefordert und auf eine gemeinsame Zukunft von Deutschen und Polen ausgerichtet ist.

Deutsche und Polen waren Nachbarn, sind Nachbarn und werden auch in Zukunft Nachbarn sein. Beide Länder bilden die Mitte Europas. Sie stehen daher in der gemeinsamen Verpflichtung, sich immer wieder aufs Neue nicht nur im Interesse beider Nationen, sondern auch Europas für eine gute Nachbarschaft einzusetzen. Dabei müssen die Werte einer demokratischen und offenen Gesellschaft und der gemeinsame Einsatz für Frieden und Freiheit in Europa auch in Zukunft das Fundament der deutsch-polnischen Beziehungen bleiben!

www.dpg-bundesverband.de

Aktuelles: Deutsch-polnische Tage in Stettin

Vom 11. bis zum 14. Oktober 2017 finden die ersten Tage der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit in Szczecin statt. Eingeladen hat der Präsident der Stadt Stettin Piotr Krzystek. Empfehlenswert sind die Konferenz der Zusammenarbeit sowie die Kooperationsbörse „Partnerschaft und Business“, die am 11. Oktober 2017 stattfinden werden. Der Konferenzteil wird Themen wie z. B.: Sprachausbildung und -vermittlung, Sicherheit, Zusammenarbeit im Rahmen des Metropolengebiets sowie Zusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen umfassen.

Die DPG Vorpommern wird an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Effektive grenzüberschreitende Zusammenarbeit von NGOs“ teilnehmen. Vorgesehen sind noch weitere Veranstaltungen u. a. zahlreiche Ausstellungen, Kulturveranstaltungen sowie Bildungsevents, die in Zusammenarbeit mit deutschen Partnern organisiert werden.

Wir sehen uns Szczecin!