15.10.2020 in Szczecin: Das polnisch-deutsche Verhältnis nach 1950, der lange Weg zur Normalität

Zeit: 10:30 – 17:00 Uhr
Ort: Nationalmuseum Stettin, Wały Chrobrego 3, 70-500 Szczecin

Polens Geschichte im 20. Jahrhundert ist eine Geschichte des Neuanfangs nach dem 1. Weltkrieg, des erneuten Unterganges als Staat im Zuge des 2. Weltkriegs, einer 40-jährigen kommunistischen Diktatur und eines Wiederanfangs nach 1989. Nach dem 2. Weltkrieg gab es eine zweifache deutsch-polnische Geschichte.

Im Jahr 2020 jähren sich mehrere ostdeutsch- bzw. westdeutsch-polnische Jahrestage aus der Zeit des Kalten Krieges.

  • Zunächst jährt sich das Görlitzer Abkommen von 1950. Auf Druck der Sowjetunion erarbeiteten die DDR und Polen diesen Grenzvertrag, der die Oder-Neiße-Linie als Westgrenze festschrieb.
  • Der Warschauer Vertrag von 1970 sollte die Beziehungen zwischen der BRD und Polen normalisieren und er stellte die faktische Anerkennung der polnischen Westgrenze durch die BRD dar und war innenpolitisch sehr umstritten, zumal Willy Brandt anlässlich der Verhandlungen in Warschau mit seinem Kniefall um Vergebung für die deutsche Schuld bat.
  • Mit der Entstehung der Solidarność-Gewerkschaft und Bewegung 1980 wurde in Polen der Widerstand gegründet, der 1989 maßgeblich zum Systemumsturz beitrug und ein Vorbild für viele Oppositionelle in Europa wurde.
  • Nicht zuletzt war Polen 1990 unmittelbar von den „2 plus 4 Verhandlungen“ betroffen, die letztlich auch zum deutsch-polnischen Grenzvertrag führten und damit das partnerschaftliche Verhältnis normalisierten.

Wir wollen uns entlang dieser historischen Ereignisse das polnisch-deutsche Verhältnis aus beiden Perspektiven anschauen, über Opposition in beiden Ländern sprechen, über Wandel, Annäherung und Abgrenzung diskutieren und die Wegstrecke zu einem gemeinsamen friedlichen Europa abmessen. Teil davon ist eine Diskussionsrunde zum Transformationsprozess nach 1990 und den Folgen bis heute im Vergleich aus der Perspektive des 30-jährigen Jubiläums der deutschen Einheit. Wir freuen uns auf eine interessante Tagung mit Ihnen als Forum zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit Spezial in Stettin.

Programm & Anmeldung

Aktuelles: polenmARkT

Elf Tage lang laden vom 15. bis 24. November die polnischen Kulturtage „PolenmARkT“ auch im Jahr 2018 mit einem vielfältigen Programm wieder dazu ein, an zahlreichen Orten zwischen der Greifswalder Innenstadt und Schönwalde II sowie in weiteren Städten Mecklenburg-Vorpommerns die äußerst facettenreiche und spannende Kultur Polens live zu erleben.

Lesungen mit Autoren wie Karolina Kuszyk (Krupp-Kolleg) und Matthias Kneip (Greifswald und Stralsund) gehören ebenso dazu wie ein Literaturprogramm speziell für Kinder mit den Kinderbuchautoren Zofia Stanecka und Marcin Pałasz sowie mit dem Greifswalder Theaterpädagogen Jan Holten in der “Schwalbe”, in der Stadtbibliothek (Greifswald) und in mehreren KiTas und Schulen in der Region. Musik wird in den unterschiedlichsten Tönen erklingen: Folk-Pop mit Hubert Szczęsny bei der Eröffnung und im Gutshaus Ramin, Jazz mit dem Gitarristen Marek Napiórkowski im St. Spiritus, Punk mit der legendären Band Moskwa im Klex und Klezmer mit den jungen Meistern von Klezmafour im Theater Vorpommern. Freunde des Films können sich auf Filmabende im Pommerschen Landesmuseum, im Schloss Griebenow und in der Brasserie Hermann sowie auf die Kurzfilmabende mit Szczecin European Film Festival sowie mit Studierenden der Kunstakademie Krakau freuen.

Vorträge zur polnischen Geschichte, die Ausstellung  „Grenzüberschreitender Horizont“ mit Malerei und Fotos von etwa 20 polnischen Künstlern, die überwiegend aus dem Raum Szczecin stammen (Pommernhus), die Inszenierung „Projekt Mutter” des Stettiner Theaters KANA, die mit den Mythen zur Mutterschaft aufräumt, nach denen die junge Mutter in einem fort vor Liebe und Glückseligkeit zu leuchten hat, sowie die Auftritte des Clubs der polnischen Versager (Trassenheide, Stralsund und Schwerin) runden das Programm ab. Zum Finale konzertieren die Vołosi, ein geigengeführtes Quintett aus den Karpaten mit magischer Mischung aus Klassik und traditioneller Karpatenmusik, gepaart mit Phantasie und Handwerkskunst, und Ego vs. Emo mit einer Fusion aus elektronischer Musik mit Live-Geige, Saxophon und Drums im St. Spiritus. Das vollständige Programm und Informationen finden Sie auf www.polenmarkt-festival.de.

Herzliche Einladung also zum bunten Fest polnischer Kunst und Kultur – Zapraszamy!

Debatte zur zehnjährigen Mitgliedschaft Polens im Schengen-Raum, Greifswald 22.11.2017

Im Dezember dieses Jahres jährt sich zum zehnten Mal die Mitgliedschaft Polens im Schengen-Raum. Für Vorpommern und die gesamte Grenzregion ist dieses Datum von besonderer Wichtigkeit. Anlässlich des Jahrestages veranstaltet das Pommersche Landesmuseum in Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Vorpommern e. V. und im Rahmen des Kulturfestivals polenmARkT am 22. November 2017, um 18:00 Uhr eine Podiumsdiskussion zur zehnjährigen Mitgliedschaft Polens im Schengen-Raum unter dem Titel „Horizonte verlangen nach Bewegung“.

Es diskutieren Frank Gotzmann (Amt Gartz/Oder), Andrea Gronwald (Kommunalgemeinschaft Europaregion Pomerania e.V.), Gunnar Mächler (Polizeiinspektion Anklam) und Julita Miłosz-Augustowska (Regionales Raumplanungsbüro der Woiwodschaft Westpommern). Die Podiumsdiskussion moderiert der Journalist und Buchautor Uwe Rada.

Im Gespräch mit Akteuren des öffentlichen Lebens wird in der Podiumsdiskussion auf die durch Schengen in Gang gesetzten Entwicklungen des Zusammenwachsens der Region geblickt und der aktuelle Stand diskutiert. Die Veranstaltung soll zudem Gelegenheit dazu bieten, einen gemeinsamen Blick in die Zukunft zu richten. Die Veranstaltung wird simultan gedolmetscht. Mehr Informationen unter: www.pommersches-landesmuseum.de

Rahmenprogramm:

22.11.2017, 16:00 Uhr – Einführungsvortrag:
Feierabendgeschichte(n): Von der „Friedensgrenze“ zum Schengener Abkommen. Die deutsch-polnische Grenze in Pommern nach 1945

22.11.2017, Tagesausflug aus Szczecin, Lubieszyn, Löcknitz und Pasewalk
In Kooperation mit dem Service- und BeratungsCentrum der Euroregion POMERANIA Schwedt/Oder wird am 22. November ein Tagesausflug in das Pommersche Landesmuseum und die Stadt Greifswald für interessierte Bürger aus der unmittelbaren Grenzregion (Abfahrt ab Szczecin, Lubieszyn, Löcknitz und Pasewalk) angeboten. Das Programm umfasst eine Führung durch das Pommersche Landesmuseum, einen Altstadtrundgang und die Teilnahme an der Podiumsdiskussion zur zehnjährigen Mitgliedschaft Polens im Schengen-Raum. Die Anmeldungen sind bis 17. November bei Dr. Przemysław Jackowski, Service- und BeratungsCentrum der Euroregion POMERANIA, Tel.:  +49 (0) 33 32 – 53 8 925 oder unter sbc.barnim.uckermark@pomerania.net möglich. Teilnehmerbetrag beträgt 10 EUR (regulär) und 5 EUR (ermäßigt). Ein Informationsblatt zur Fahrt finden Sie zum Download unter: https://www.pommersches-landesmuseum.de/fileadmin/Bilder/Kulturreferat/Aushang_FAHRT_DE_Final-1.pdf

Wir laden Sie dazu sehr herzlich ein!